Es ist der 14.08.2017. Unsere Reise nach Malaysia startet in Oldenburg (Oldb.). Wir, dass sind Daniela (32) und ich, Sascha (37). Das Kofferpacken am Tag zuvor war schon die erste Herausforderung. Da wir so viele unterschiedliche Orte bereisen, wollen wir auf alles vorbereitet sein. Des Weiteren möchte ich natürlich fotografieren und filmen. Das Ergebnis: Mein Handgepäck ist 5 kg zu schwer (nur Fotoausrüstung). Im normalen Gepäck liege ich im Limit, nur passt nichts mehr rein 🙁 . Danielas Koffer und Handgepäck mussten also herhalten und Umpacken war angesagt. Wir werden von meinem besten Kumpel Marcel morgens um 10:30 zum Flughafen nach Hamburg gebracht. Dort steigen wir in den Flieger von Emirates und es geht ab nach Dubai und weiter nach Kuala Lumpur.
Mein Handepäck: Canon 5d Mark 3; Tamron 70-200 2,8 vc; Tamron 150-600 G2; Canon 16-35 2,8; Sigma 50 1,4 Art; 2+ GoPro Hero 5 Black incl. Karma Grip; MacBook Air (welches mittlerweile gegen ein 10,5 IPad Pro getauscht wurde) und viele Akkus und Zubehör
Heute, am 15.08.2017, sind wir nach einem laaaaangen Flug in Kuala Lumpur (KL) angekommen. Wir waren fast 28 Std. auf den Beinen. Der erste Flug von Hamburg nach Dubai war noch sehr gut zu händeln. Das Umsteigen und Gate finden war auch alles kein Problem. Was aber schon eher anstrengend war, war der Flug von Dubai nach Kuala Lumpur. Wir hatten recht viele Turbulenzen. Schlafen konnte ich währenddessen nicht wirklich. Der Vorteil, ich konnte endlich mal wieder viele Filme sehen, die ich in den letzten Wochen und Monaten im Kino verpasst hatte. Das Emirates Entertainment Programm ist ganz gut. Nach der Landung mussten wir durch den großen Flughafen finden, inklusive Monorail fahren und ewiges Anstehen. Da der Flughafen etwas außerhalb liegt, sind wir noch 60 km mit dem privaten Fahrdienst zum Hotel gefahren, was auch noch ca. 1 Std. gedauert hat. Endlich im Hotel angekommen war erstmal Duschen und Umziehen angesagt. Wir sind dann noch losgezogen, um den Treffpunkt für den nächsten Tag zu suchen. Daniela studierte kurz den Fahrplan der Monorail, kaufte Tickets und los ging es. Für große Menschen wie mich (1,98m) ist die allerdings nicht gemacht. Ich stehe stramm mit dem Kopf unter der Decke. Der erste Eindruck ist schon mächtig von der Stadt. Der Mix aus alten und neuen Gebäuden ist schon cool und auch die vielen Wolkenkratzer. Unser Hotel liegt schräg gegenüber den Petronas Twin Towers. Der Verkehr ist der Knaller hier: Gefühlt fährt hier jeder wie er will und durchkommt. Man muss beim Überqueren der Straße immer auf die Rollerfahrer aufpassen und dran denken, dass hier Links Verkehr ist.
Nach einer nicht so guten Nacht, sind wir zu unserer Kuala Lumpur Walking Tour aufgebrochen. Wir sind mit unserem Guide „Sean“ (sein Tourt Name) gegen 9 Uhr losgelaufen und haben echt gehofft, dass wir nicht diesen typischen Tourikram vorgesetzt bekommen. Und zu unserem Glück wurden wir auch nicht enttäuscht. Als erstes ging es zu dem ältesten Restaurant, welches von einer Familie geführt wird. Dort wird ganz traditionell gekocht. Es gab ein leckeres leichtes Frühstück mit schwarzem Tee. Von dort aus ging es in eine kleine Seitenstraße, wo ganz unscheinbar der älteste chinesische Tempel war. Sean erzählte uns von seiner Geschichte und wie wir uns drinnen verhalten sollten. Es war echt beeindruckend. Wir wurden sehr nett empfangen und so wie uns berichtet wurde, kommen nicht viele Europäer dorthin. Ich durfte sogar ein Bild vom ältesten Wächter des Tempels machen. Er ist über 90 Jahre alt und ist seit Kindestagen dort und wacht über ihn. Weiter ging es nach China Town, vorbei an den ganzen Straßen wo die Touris gefälschte Uhren und Klamotten kaufen konnten, zu einem überdachtem Markt, der in einer kleinen Nebenstraße war. Dort hing überall das frische Fleisch am Harken, lebende Hühner waren unter einem Tisch im Käfig und getrockneter Fisch in Kartons. Viele ältere Menschen waren doch sichtlich erstaunt uns zu sehen. Unsere Walking Tour sollte uns KL näher bringen und auch verschiedene Speisen demonstrieren. Die vielen unterschiedlichen Kulturen zeigen somit auch, wie sie Einfluss auf die Stadt nehmen. Es gab also einen kleinen Brunch – verschiedene Nudelsorten mit Fleisch und scharfer Soße. Es gab auch frittierte Schweinehaut, die gar nicht so schlecht war. Um uns herum war allgemeine Belustigung, denn im Gegensatz zu Danni habe ich mich nicht sehr gut mit den Stäbchen angestellt. Irgendwann hatte ich es dann auch geschafft aufzuessen und sind wir weiter zu einem Hinduistischen Tempel. Der Tempel war etwas belebter, ein paar Touristen waren zusätzlich da, aber keinesfalls voll. Er war wirklich sehr beeindruckend und Sean hat uns unentwegt mit der Geschichte und persönliches Wissen gefüttert. Wir dürften nun eigentlich eine ganze Zeit nur noch Glück haben 🙂 Denn wie Sean sagte, sind wir in beiden Tempeln von insgesamt 130 verschiedenen Göttern gesegnet worden. Es ging weiter ins indische Viertel wo es unser Mittagessen gab. JA wir haben an diesem Tag echt viel zum Essen bekommen…. Es gab scharfes Curryhühnchen mit Reis auf Bambusblättern. Mir war es zu scharf, wobei es für Danni ruhig noch schärfer hätte sein können. Danach endete unsere Tour und Sean gab uns noch ein paar Tipps für Streetfood Märkte, da wollte ich unbedingt noch hin. Nach gut 3 Stunden Pause im Hotel sind wir wieder mit der Bahn los zu einem anderen Viertel, wo es eine ganze Straße voll mit Essenständen gab. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hingucken sollte. Es gab von Allem etwas und wenn ich von Allem sage, meine ich das auch so. Angefangen haben wir dann mit gedünstetem Hähnchen/ Schweinefleisch welches mit einer Art Kohl ummantelt war. Danach gab es für Danni eine frittierte Banane und für mich eine ganze Kokosnuss zum Trinken. Vorbei an Frosch am Spieß kamen wir zu den Dim Sum, die wir schon mal im Fernsehen gesehen hatten. Schwups hatten wir 5 von diesen kleinen Kügelchen mit verschiedenen Füllungen gekauft, wobei Kokosnuss die beste war. Dim Sum gibt es süß und herzhaft – vergleichbar mit kleinen Dampfnudeln. Vollgefressen ging es danach wieder zurück mit der Bahn ins Hotel, wo wir nach dem Packen für den nächsten morgen ins Bett gefallen sind. Ein Tag voller Essen und Kultur, so fing der Urlaub gut an!
Am nächsten Tag sind wir um 6:30 Uhr aufgestanden, haben den Rest gepackt und sind zum Frühstück gegangen. Um 9 Uhr wurden wir von einem Taxi abgeholt und zum Flughafen gebracht. Der erste Inlandsflug sollte von Kuala Lumpur nach Sandakan gehen. Also rüber nach Borneo. Wir waren viel zu früh am Flughafen, aber sehr froh heile angekommen zu sein. Der Fahrer fuhr wie ein Verrückter! Im Schnitt über 30 km/h in der Stadt zu schnell, hat wirklich JEDE Lücke genutzt, auch wenn die zu klein war und fast nen Rollerfahrer platt gemacht. Aber dass dort das Fahrverhalten anders sein wird, damit konnten wir im Vorfeld ja rechnen 😉 Nach langem Warten am Flughafen und ne Weile im Starbucks, ging es durch den Check in usw. bis wir am Gate ankamen. Dort stellte sich heraus, dass der Flieger hat 1,5 Stunden Verspätung hat. Na super! Economy Class bei der AirAsia ist allerdings mal so gar nicht für uns große Menschen geeignet. Ein Wunder, dass wir uns überhaupt setzen konnten. Nach 1,5 Stunden hatte das Flugpersonal so Mitleid mit uns, dass wir die freien Plätze in der Business Class bekamen (naja Business ist auch was anderes, aber wenigstens normale Beinfreiheit). Es gab Turbulenzen und das Wetter war sehr schlecht. Inzwischen hatten wir über 2 Stunden Verspätung und echt schon die Befürchtung, dass unser Fahrer nicht mehr da sein wird. Den ganzen Tag auf den Beinen, viel zu spät und richtiges Mistwetter….und da sahen wir ihn. Wir waren so unglaublich froh! Er hat fast drei Stunden auf uns gewartet. Ein ganz lieber ältere Herr, der auch gleich auf Danni zu kam und ihr den Koffer aus der Hand nahm und mit uns in die 20 min entfernte Lodge nach Sepilok fuhr. Ab da war es echt Bombe. SEHR GEILE Location und wir hatten unser eigenes kleines Häuschen mit Terrasse und Hängematte. Ich konnte Abends dann noch ein paar Langzeitaufnahmen machen, somit war ich für den Abend auch wieder happy.
Am nächsten Morgen mussten wir nach dem Frühstück das schöne Resort verlassen und fuhren in einer kleinen Gruppe zu der Orang Utan Aufzuchtstation. Leider mussten wir Rucksack usw. draußen lassen, ich konnte nur eine Linse mit rein nehmen. Auf dem Weg zu der Station mussten wir ganz schön flitzen. Den Regenwald drum herum konnten wir so nicht auf uns wirken lassen, was sehr schade war. Nach dem „Kindergarten“ mit den kleinen Orang Utans ging es auch schon zack zack weiter, zu einer Futterstelle. Natürlich war es etwas blöd, dass wir so hetzen mussten. Aber unser Guide meinte es gut, da wir ziemlich früh bei der Futterstelle waren und es noch so viele andere Gruppen gab. Nach der Fütterung ging es auch schon weiter, schnell was zum Trinken gekauft, auf die Toilette und go! Mit dem Reisebus zu einem Bootsanleger, dem Sandakan Jetti. Die Leute teilten sich wieder in kleinere Gruppen und wir fuhren mit 170PS übers Wasser – gut 1,5 Stunden. Die Mittagspause haben wir in einem Dschungelrestaurant verbracht, wo alle sehr nett waren und das Essen war mal wieder echt lecker. Die nächste Stunde bis zu unserem Resort sind wir dann etwas gechillter gefahren, mit Zwischenstops und ich konnte mit der Wildlife Fotografie beginnen. Leider wurde es immer dunkler am Himmel und etwas Niesel kam schon runter. Am Hotel angekommen fing es auch schon richtig an zu schütten und wir mussten wirklich schnell zu unserer Hütte rennen. Zuvor bekamen wir noch zu hören, dass wir gleich schon wieder mit einem Boot (dieses Mal nicht überdacht) zu unserer ersten Dschungelbootstour raus fahren würden. Ich fragte etwas skeptisch: Bei dem Gewitter auf offenem Gewässer und mit einem Boot ohne Dach??? Dazu bekam ich nur zu hören: jaja ist noch nie was passiert (frei übersetzt). Ok. Ich habe dann meine Ausrüstung wasserdicht verpackt und rein ins Boot. Als es dann hieß, auf die Rettungswesten könnt ihr euch setzen, damit der Hintern trocken bleibt, dachte ich mir ok was solls. Ob vom Blitz getroffen oder ersaufen, vom Krokodil gefressen zu werden, alles egal, macht auch kein Unterschied mehr. Danni hatte noch die nassen Sachen an und ein Poncho drüber, ihr war der Hintern egal. Sie hatte Bedenken und wollte unbedingt die Weste anziehen. Ich dachte ja soll sie mal, wenn es ihr damit besser geht. Das Ende vom Lied war, wie sich aber erst später beim Sichten des Videomaterials raus stelle, nur unsere Reiseführerin und ich hatten keine Westen an. Da wir ganz vorne saßen, fiel es mir nicht auf. Trotz Regensachen und Poncho waren wir in kürzester Zeit eh komplett nass, es schüttete wirklich doll und Danni fror in den kurzen Klamotten. Nur wollten wir nicht noch mehr nasse Sachen, weil wir ja ständig weiter reisen würden. Auf dem Rückweg war der Regen endlich weg und ich konnte fotografieren. Wir sahen viele verschiedene Affenarten.
Am Morgen des 19.08.2017 fuhren wir um 6.30 Uhr mit dem Boot schon raus. Das ist echt nicht meine Zeit zum Aufstehen, da ich kein Morgenmensch bin. Aber es hat sich sehr gelohnt! Nach ca. 20 min hatten wir schon den ersten Orang Utan in seinem Nest gefunden und konnten ihn beim Aufwachen und seiner ersten Morgengymnastik beobachten. Ich habe auch ein paar gute Fotos machen können. Zu meiner Freude war die Morgentour sehr ergiebig, ich habe tolle Tier- und Landschaftsbilder geschossen. Ja auch Landschaftsbilder, unsere Wohnung benötigt noch ein bisschen Wanddeko 😉 Nach gut 2 Stunden auf dem Wasser waren wir wieder zurück in der Unterkunft und es gab endlich Frühstück. Bis zum Nachmittag um 16 Uhr hatten wir dann Zeit zur freien Verfügung, was uns sehr gelegen kam, um zumindest etwas Schlafdefizit der letzten Tage nachzuholen. Ich habe aber auch noch die Hälfte der Zeit damit verbracht die ganzen Speicherkarten und Gopro Filme auf einer externen Festplatte zu sichern. Ich sicher immer lieber doppelt und dreifach. Deshalb wurden dann alle Fotos und Videos immer noch in die Cloud hochgeladen, sobald wir Wlan hatten. Wir haben nämlich auch schon die ersten Verluste zu beklagen. Eine Powerbank hat es nicht überlebt (ich schätze mal wegen der Feuchtigkeit) und bei einem Kartenleser sind die Pins hinüber. Um 16 Uhr ging es dann wieder aufs Boot, wobei ich dieses Mal ohne Danni gefahren bin, da sie Probleme mit dem Magen bekommen hatte . Aber wir hatten Medikamente mit, die sie nehmen konnte. Die zweite Tour war von der Fotoausbeute noch besser, denn ich habe einen weiblichen Orang Utan mit einem gaaanz kleinen Baby vor die Linse bekommen !!!!!! Danach sind wir in eine sehr kleine Einmündung gefahren, fast nur so breit wie unser Boot. Uns wurde gesagt, dass wir hier die Möglichkeit haben Elefanten zu sehen (wenn wir Glück haben). Doch plötzlich trafen wir auf ein verlassenes Boot einer anderen Tourgruppe und der Guide wurde sichtlich nervös, denn wir waren in einem Naturschutzgebiet und das Aussteigen dort ist strengstens verboten! Es wird auch ziemlich bestraft, vor vier Jahren geschah nämlich ein Unglück. Eine Touristin wurde von einem Elefantenbullen getötet und eine andere schwer verletzt. Sie haben wohl auch gegen alle Anweisungen verstoßen und sind einem jungen Babyelefanten zu nah gekommen. Es kamen noch 2 Boote und sie haben sich beraten und die Nummer des Bootes notiert. Für den verantwortlichen Guide wird es auch mächtig Ärger geben! Gegen 18.15 Uhr war ich dann wieder bei der Unterkunft, wo Danni schon am Anleger stand und auf mich wartete und mich mit „Du wirst nicht glauben was mir passiert ist!“ begrüßte 🙂 Aber lest selbst…..
Als alle mit dem Boot weg fuhren, war ich noch in der Hütte und ruhte mich aus. Da es mir schon besser ging, wollte ich mit der GoPro noch ein Video vom Resort drehen und lief los. Kurze Zeit später entdeckte ich schon zwei Affen. Uns wurde am Tag zuvor erzählt, dass wir unbedingt zum Abend hin die Fenster wegen den Monkeys schließen müssen, da die gerne klauen und Unfug machen. Ich lief also schnell zurück und sah schon ca. 10 in der unmittelbaren Nähe unserer Hütte. Mit GoPro in der Hand versuchte ich die Fenster zu schließen, bis mir einfiel: Oh Mist, Saschas Klamotten liegen vorne am Wasser zum Trocknen. Dort wo die ganzen Monkeys sind und schreien und sich gegenseitig ärgern. Ich flitze schnell hin, mit viel Respekt und etwas Angst, schnappte mir seine Sachen und flüchtete ins Haus. Vorsichtshalber schloss ich noch ab. Meine „Freundin“, eine kleine Hündin, bewachte die Tür. Inzwischen waren es deutlich mehr Affen, inklusive Jungtiere. Die versammelten sich rings um die Hütte, sprangen oben drauf, unter die Hütte, kreischten, beobachteten die Tür und der eine zeigte mir böse seine Zähne. Da die mich durch die Fenster beobachteten, machte ich irgendwann die Gardinen zu und wartete bei der Hitze. Die Hütte war so aufgeheizt, keine Frischluft, keine Klima….Dschungel halt und eingesperrt wegen ner Horde Affen. Ich machte noch ein Live Video bei Instagram und schaute zwischendurch raus, ob die Luft rein war. Hätten wir doch mal das Infovideo über Affen geguckt Nach ner Stunde waren die Affen weg und ich konnte mein Video drehen und wartete mit einer tollen Story auf Sascha. Und wir fragten uns noch, wann und wo es denn hier Affen gäbe. Die Antwort kenne ich jetzt
Am 20.08.2017 sind wir um 6:15 Uhr aufgestanden, haben die restlichen Sachen gepackt usw. Um 7 Uhr ist das Boot losgefahren Richtung Sandakan, denn an dem Tag ging unser Flug nach Kota Kinabalu. Auf dem Weg zum Flughafen hat unser Reisebus noch an einer Markthalle angehalten, dort konnten wir stöbern und kaufen. Wieder überhaupt nicht touristisch und dementsprechend wurden wir Europäer auch ganz schön bestaunt. Um 14:30 Uhr sollte der der Flug starten, aber AirAsia hat was gegen Pünktlichkeit. Aus dem ersten Flug hatten wir gelernt und gleich auf Business upgegradet. Unser Hotel war wieder gut, und da die Stadt nur ein Zwischenhalt war und am nächsten Tag der nächste Flieger ging, schauten wir schnell in den Reiseführer, was man so machen könnte. Gleich gegenüber vom Hotel konnten wir Unmengen von Treppen steigen zu einer Plattform. Bei 31°C doch ein Kinderspiel 😉 Die Aussicht war klasse und wir beschlossen zum Sonnenaufgang wieder zu kommen. Da wir für unsere Verpflegung oftmals selbst verantwortlich waren, spazierten wir über zwei große Märkte. Überall Fisch und…ähm…ja wenn man das mal erkennen könnte. Sehr stark gegrilltem Etwas. Kota Kinabalu ist eine Fischstadt, und Fisch im Ausland wollten wir nicht unbedingt. Wir wurden natürlich wieder sehr freundlich von allen Seiten empfangen, einfach weil die Menschen sehr freundlich sind und natürlich wollen die auch verkaufen. Unsere Körpergröße war immer wieder ein Highlight, wir wurden begafft, Fotos wurden gemacht, aber man gewöhnte sich schnell dran. Danni fand es eher lustig. Wir suchten was für uns Essbares und fielen müde ins Bett.
Wie am Vortag geplant, bin ich ganz früh aufgestanden, und habe die Ausrüstung in den wasserdichten Rucksack verpackt. Daniela wollte dann doch lieber noch etwas liegen bleiben. Voller Vorfreude auf den Sonnenaufgang, der Küstenlinie und Drohnenvideos machte ich mich also auf den Weg. Oben angekommen, einen guten Platz gesucht und gerade dabei alles aufzubauen, fing es richtig an zu schütten. Abgesehen von der Bootstour, der erste Regen auf unserer Reise und ich natürlich nicht in Regenklamotten. Nun stand ich da, mitten auf nem Berg, auf einer Landstraße und unter einem Strauch der auf einem Felsenvorsprung wuchs. Die Besucherplattform weit weg, da ich eine tolle Aussicht wollte. Ich hoffte darauf, dass es schnell aufhörte. Fehlanzeige! Nach einer halben Stunde und den Daumen raus, hielt endlich eine Frau in einem Kleinwagen an. Sie hatte wohl Mitleid mit dem blöden Touri, der alleine im Regen stand. Sie war äußerst freundlich und fuhr mich sogar bis zum Hotel. Als ich ihr dann sagte, sie wäre die Frau die mir den Tag gerettet hat, wurde sie etwas rot und lachte nur. Nun mussten wir mit einem Fön irgendwie meine Sachen trocken kriegen. Um 15:30 Uhr ging unser Flug nach Kuching, welcher wie gewohnt verspätet war. Durch das Upgrade, welches für 2 Personen nur knapp 15 € kostet, hatten wir wieder „normale“ Plätze. Das Gepäck wird zusätzlich beim Ausladen bevorzugt behandelt. Am Hotel angekommen, haben wir für unsere Tour zu den Ureinwohnern, Iban oder auch Kopfjäger genannt, die Rücksäcke gepackt und auf der Dachterrasse gegessen. Zum ersten Mal im Hotel Restaurant, weil wir kaum Zeit hatten. Der Ausflug zu den Ibans ist mein persönliches Highlight der Reise, ich freute mich sehr! Auch wenn es wohl auch der anstrengendste Part sein wird und es am nächsten Tag gefühlte 37°C werden würde
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Der 22.08.2017 ist da. Wir sind mal wieder um 6 Uhr aufgestanden, dann zum Frühstück und danach wurden wir von unserem weiblichen Guide Namens Freda abgeholt. Es geht zu den Iban, in den tiefsten Dschungel. Wir fuhren einige Stunden durchs Land, mit an Bord junger netter Kerl, der alleine reiste. Während der Tour hielten wir zum Mittagessen an und schlenderten über einen Markt, damit Freda unser Essen für die nächsten Tage kaufen konnte und wir Gastgeschenke. So ein einheimischer Markt ist wirklich immer wieder was Besonderes. Danni liebt den leckeren Kokosnusskuchen und kaufte sich ein kleines Stück. Dann kamen wir endlich an dem großen, wunderschönen Stausee an und das Abenteuer begann. So ein Langboot ist wirklich sehr schmal und wir waren doch etwas skeptisch, mit so viel Gepäck und insgesamt fünf Personen. Bewegen durfte man sich auch keinen Zentimeter, aber die Fahrt war wirklich klasse. Wenn man in dieser schmalen Holzschüssel übers Wasser brettert und der Wind einen ins Gesicht bläst. An Land angekommen ging es mit Sack und Pack 20 Minuten durch den Dschungel, bis wir das Langhaus der Kopfjäger entdeckten. Die Hähne krähten und wir waren sehr gespannt. Wir wurden sehr nett von der Frau des Chiefs empfangen. Freda erzählte uns, dass sie sehr oft dort sei und sich wie Zuhause fühle. Und uns wurde es auch nahegelegt, wenn wir in dem Langhaus sind, sollen wir uns wie Zuhause fühlen. Wir konnten unsere Sachen abgelegen und hatten den restlichen Tag, um die Gegend zu erkunden. Gegen 18 Uhr gab es Abendessen und dort trafen wir auch zum ersten Mal auf den Chief. Er war erst noch sehr zurückhaltend, aber freundlich. Zur Begrüßung gab es selbst gebrannten Reisschnaps, der auf leeren Magen und nach einem langen Tag besonders gut wirkt 😉 Da ich so nass geschwitzt war, fragte ich Freda, ob ich mein T-Shirt ausziehen darf. Sie sagte, es sei kein Problem und so zog ich es aus. Ab da war das Eis zwischen dem Chief und mir gebrochen. Er selbst mit nackten Oberkörper und einigen Tattoos staunte nicht schlecht, als er mich sah. Es ging nur noch um Tattoos und inzwischen hatte er auch ein paar Schnäpse intus und konnte ganz gut Englisch sprechen. Wir verstanden uns echt gut. Gegen 22 Uhr ist bei ihnen Schlafenszeit, was auch gar nicht mal so schlecht war, denn der nächste Tag wurde echt anstrengend. Wir sind morgens gegen 8:30 Uhr in den Urwald aufgebrochen. Jeder hatte einen Gehstock zur Hilfe. Nach 5 Minuten waren wir schon ziemlich nass geschwitzt. Ausgerechnet an dem Tag war es besonders heiß und stickig. Gute 35°C und die Luftfeuchtigkeit war enorm. Wir mussten Berge hoch und runter, teilweise sehr enge Wege und verdammt rutschig. Über Stock und Stein, auf Baumstämme über Flüsse balancieren und später auch durch kleine Flüsse laufen. Und ich hatte die schwere Kameraausrüstung dabei. Unsere erste Pause war gegen 11 Uhr. Eigentlich kann man es nicht richtig Pause nennen. Wir kamen an einer Art Hütte an, wo schon Einheimische das Feuer vorbereitet hatten. Kurz geholfen ein bisschen Gemüse zu schnibbeln und es in Bambusrohren zum Garen gestopft. Dann ging es schon für gute 1,5 Stunden weiter. Eine große Runde durch ein anderes Dschungelgebiet. Dort gab es viele verschiedene Baumarten und zurück zum Unterstand. Das Essen war nun fertig. Besonders der Reis aus dem Bambus war lecker und wir sammelten neue Kräfte. Es gab nur ein Problem 😉 , den ganzen Weg müssten wir nun auch wieder zurück. Jeden Berg neu hochsteigen, durch die Flüsse und es wurde immer wärmer. Die Aussicht und die Atmosphäre sind sehr beeindruckend, trotz der Strapazen. Ich würde es jeder Zeit wieder machen, nur vielleicht mit weniger Gepäck, weil das Balancieren auf den rutschigen Baumstämmen und Steinen war dadurch nicht besonders leicht. Circa 250m vor dem Langhaus haben mich aber dann doch die Strapazen eingeholt und ich bekam böse Krämpfe in den Beinen und Waden, womit wir eine Zwangspause einlegen mussten. Einige Tage zuvor suchten wir schon Magnesium, aber bekamen nirgends welches. Freda hatte eine Art Japanisches Minzöl, womit ich meine Beine einrieb und nach einer Weile ging es einigermaßen und wir konnten die Tour beenden. Wir sind an dem Tag knapp 7 Stunden rein gewandert und waren völlig k.o. Am Abend gab es für alle 13 Familien im Langhaus Abendessen. (Das Langhaus hat 13 Eingänge, die auf einen Flur führen. Vom Flur ab, gibt es 13 Wohnungseingänge. Die Wohnungen sind teilweise auch miteinander verbunden.) So saßen wir alle im Flur in Runden zusammen und aßen das leckere Essen. Inzwischen sind es fast nur noch ältere Personen und auch viele Witwen. Die Ibans machten sich auch nen schönen Spaß daraus, wie ich noch unter den Beinschmerzen am leiden war. Aber umso lustiger war der Abend auch. Nach dem Essen durften wir die Gastgeschenke übergeben. Natürlich an den Chief persönlich mit nem Schnaps. Die Geschenke wurden von 2 Frauen gleichmäßig verteilt und es gab noch mehr von dem sehr hochprozentigem Schnaps. Für mich war nun Schluss mit Alkohol. Danni fand den Reiswein noch sehr lecker, aber der Schnaps war auch für sie zu viel. Währenddessen gab es eine kleine Frage-Antwort-Runde. Wir durften Fragen und die Ibans durften auch uns löchern. Nach alledem sind wir nur noch tot ins Bett gefallen. Am nächsten Morgen hieß es dann leider schon wieder Sachen packen, denn wir mussten früher los, weil das Wetter deutlich schlechter wurde. Mit dem Langboot war es schwierig über den Stausee zu fahren. Selbst kleine Wellen sind schon problematisch. Auf halber Strecke, nachdem der Kapitän schon mehrfach das volllaufende Boot leer schaufeln musste, entschied er, dass wir auf einer kleinen nichtbewohnten Insel anhalten. Es war einfach zu riskant weiterzufahren. Nach einer guten halben Stunde Wartezeit wollte er es nochmals wagen, sagte aber, wenn es nicht geht brechen wir ab. Mit Biegen und Brechen hat er es aber noch geschafft uns zum Ufer zu bringen, wo auch schon das Auto für die lange holprige Rückfahrt wartete. Wir waren dann gute 5 Stunden später wieder im Hotel, haben unsere Sachen für den nächsten Tag gepackt und konnten noch gar nicht fassen, was wir alles erlebt hatten. Vom Dschungel sollte es am nächsten Tag nach Singapur gehen.
In Singapur angekommen, ging es mit dem Fahrer in 20 Minuten zum Hotel, welches sehr zentral lag. Es ist ein sehr schönes Hotel und nach einer kurzen Ruhephase machten wir uns auch schon auf den Weg. Es war Mittags und wir hatten nur diesen Tag, um das Wichtigste zu sehen. In einem kleinen Restaurant aßen wir lecker zu Mittag, waren etwas shoppen und dann fuhren wir zu den Gardens by the Bay. Danni konnte mich trotz Höhenangst auf den Aussichtspfad bei den Supertrees überreden. So richtig konnte ich die Aussicht nicht genießen, aber Danni fands toll. Dann sind wir überall lang geschlendert, machten einige Fotos und weiter zu der Helixbrücke. Da es noch hell war und ich gerne Langzeitaufnahmen machen wollte, sind wir in das Shoppingcenter gegenüber. Dort gibt’s nen richtigen coolen Superhelden Laden – Restaurant, Cafe´ mit diversen Getränken und Backspezialitäten und nebenan natürlich noch ein Shop. Als es dunkel wurde, machten wir uns auf den weg auf die Brücke und ich habe einige Aufnahmen machen können. Die Zeit war leider viel zu kurz in Singapur, wir hätten gerne unsere Reise verlängert. Aber so wissen wir, da werden wir definitiv nochmal hin fliegen! Zurück im Hotel hieße es wieder Packen, und ab ins Bett. Am nächsten Tag sollte der letzte Part unserer Reise beginnen, auf die Insel Tioman für drei Nächte.
Am 26.08.2017 ging es früh morgens los. Ab diesem Zeitraum begann der schlimmste Teil der Reise. Wir hatten gleich zwei Fahrer, die nicht wirklich einen Plan hatten. Bislang konnten wir immer fragen, wie der Tag geplant ist, was ansteht usw. Aber die wussten irgendwie nichts so recht. Das Einzige, was den einen Typen sympathisch machte, er hörte gerne Rammstein und konnte sogar mitsingen; wusste aber nicht was er da eigentlich sang. Als erstes standen wir ewig in Singapur kurz vor der Grenze im Stau. Irgendwann hieß es auf einmal, raus raus…wir müssen jetzt ausreisen. Kurz darauf die Einreise nach Malaysia. Dieser Teil war doch ziemlich spannend, mal mit Koffer, mal ohne, als Fußgänger durch Grenzkontrollen. Kurz nach der Einreise hieß es auf einmal, dass der Boss anrief und er den Bulli dringend bräuchte, wir müssen mit einem anderen Wagen weiter. Eigentlich ja nicht unbedingt ein Problem dachten wir. Wir sind ja mit einer Agentur unterwegs. Wir trauten unseren Augen nicht! Wir standen vor einem alten, schrottem M3 BMW, welches dem Rammstein-Typen PRIVAT gehört. Die Koffer passten mit Ach und Krach in den Kofferraum, der Rest musste vorne rein. Hätte ich ihm nicht gesagt, dass er noch tanken muss, hätte er das wohl nicht gemerkt bei den ganzen Warnleuchten im Armaturenbrett. Der Beifahrer-Airbag hing halb raus, der Beifahrergurt war schon unten nicht mehr festgeschraubt usw. usf. Dann ist er mit dem BMW so dermaßen über die Landstraße gehämmert, dass der Wagen ständig aufsetzte und er beim Überholen nur ganz knapp 2 mal einem Frontalzusammenstoß entgangen ist. Die Fahrt war wirklich eine Katastrophe und Danni hatte echt Angst. Endlich mit dem Auto bei der Fähre angekommen, die uns auf die Insel bringen sollte, nahm das Drama weiter seinen Lauf. Wir mussten vor Ort noch ein Ticket kaufen. Aber nein, da geht man nicht einfach an einen Schalter. Erst mussten wir zu so nem Kerl, der an nem Plastiktisch saß, da bekamen wir Zettel und Anweisungen. Insgesamt mussten wir drei Stationen abklappern, immer mehr Papierkram und überall bezahlen. Am Ende haben wir das 10fache zahlen müssen, was unsere Agentur vorgegeben hatte. Und da kaum einer wirklich Englisch sprach, konnte man sich auch nicht gut verständigen. Am Ende dachten wir nur, na wenn wir mal nicht beschissen wurden! Nach weiteren zwei Stunden warten konnten wir an Bord und eine Fahrt auf einer alten, nicht wirklich sicher wirkenden, total überfüllten Fähre begann. Leider war das Glück tatsächlich nicht auf unserer Seite. Im Resort angekommen die nächsten Enttäuschungen. Das erste Zimmer war eine Katastrophe. Überall Wasser auf dem Boden von der Klima, ekelig dreckig die Couch und das Bettzeug, Kabel guckten im Bad aus der Wand usw. Nach langem hin und her und Diskussionen mit der Rezeption hatten wir ein Ersatzzimmer, welches nicht besonders toll, aber okay war. Wir hatten ja keine Wahl und mussten drei Nächte bleiben. Der Ausblick war wenigstens gut. Nach kurzem Umschauen ging es zum Abendessen, welches auch kein Hauptgewinn war. Damit der Tag endlich vorbeiging, sind wir aufs Zimmer und Augen zu.
Am nächsten Tag sind wir schnorcheln gewesen und konnten viele tolle Fische sehen. Auf der Insel war das Wetter etwas durchwachsen, es regnete dann doch noch und wir haben nicht viel gemacht. Aber der Teil auf der Insel sollte ja auch der Erholung dienen, nur haben wir es uns deutlich schöner und sauberer vorgestellt. Danni wurde auch von Sandflöhen gebissen und morgens wurde vor ihren Füßen Pestizide gespritzt.
Der zweite Tag auf der Insel war deutlich sonniger. Danni wollte endlich etwas Farbe kriegen und in der Zeit, in der sie sich sonnte, habe ich Sport gemacht. Das fehlt dann doch sehr auf so einer Reise, wenn man nur unterwegs ist.
Wir haben die Abende immer schön ausklingen lassen und auch mal ein Cocktail geschlürft. Am Abend vor der Abreise haben wir unsere Koffer gepackt und auch schon ungefähr so, wie wir wieder nach Deutschland fliegen wollten.
Nach drei Nächten ging es am 29.08.2017 nun endlich wieder von der Insel runter. Die Rückfahrt mit der Fähre war stressig, aber dieses Mal gab es nicht so viele Schalter. Danni war total genervt und einfach nur froh, auf der anderen Seite anzukommen. Wir wussten ja auch noch nicht, was uns für ein Fahrer erwarten würde und was für ein Auto. Gott sei Dank war der Fahrer ganz cool. Bevor es los ging, konnten wir noch bei KFC was kaufen (ein Tag ohne Essen ist ja auch doof) und er fuhr ganz ok. An der Grenzkontrolle zu Singapur standen wir an einer Schlange und der Kontrolleur redete immer so viel mit den Leuten und stellte Fragen. Danni hatte schon Bedenken, auch ob sie alles versteht und ob wir so durch kommen würden. Und wie es der Zufall so will, trafen wir auf den einzigen Grenzbeamten, der deutsch studierte und dialektfrei sprach. Das war wirklich cool und damit hatten wir natürlich nicht gerechnet. Irgendwann am Hotel angekommen haben wir im Innenhof in einem Restaurant noch etwas gegessen und sind am nächsten Tag zum Flughafen aufgebrochen. Der Flug zurück war wieder ganz gut. Mit Emirates zu fliegen ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung gewesen und nun war die schöne Reise auch schon zu Ende.
Abschließend können wir sagen: Es war eine sehr aufregende und auch anstrengende Reise. Es war wirklich eine tolle Zeit 🙂 Wir waren (bis auf den Teil mit der Insel und der Fahrt) durchaus zufrieden mit der Organisation und der Planung der Agenturen. Es gibt noch ein paar Städte/ Bereiche, die wir in Malaysia gerne sehen würden. Nach Singapur müssen wir definitiv nochmal.
Solche Rundreisen werden wir in den nächsten Jahren noch häufiger tätigen, da sind wir uns einig. Wir danken euch für euer Interesse und hoffen, ihr konntet einen guten Eindruck in unser Abenteuer erhalten.
Daniela & Sascha